Glücklich am Ende der Welt
Am Ende der Welt angekommen, so fühlt es sich an . Seid Montag dieser Woche bin ich mit J auf der Insel Perhentian Kecil. Die kleine Insel ist ziemlich umständlich zu erreichen . Wir sind von Kuala Lumpur, am Montag den 23. Oktober 2017, mit dem Flugzeug von der malaysischen Hauptstadt nach Kota Bhatu geflogen. Der Flug erfolgte mit der Fluglinie AirAsia und dauerte ungefähr eine Stunde. Ich muss ganz ehrlich sagen, der Flug war der schlimmste Flug, den ich in den letzten Jahren erlebt habe. Ich habe die Hand von J schon ziemlich malträtiert. Ich glaube , er hat es mir verziehen. Die Reise auf die Insel hat ungefähr sieben Stunden gedauert . Das hört sich jetzt vielleicht nicht viel an , aber man muss auch die Umstände berücksichtigen, unter denen wir reisten. Es herrscht drückende Schwüle und wir beide waren auch ziemlich angeschlagen . Wir hatten uns in der Hauptstadt vom Hotel aus den Luxus eine Taxis zum Flughafen geleistet. Nach der Ankunft haben wir zwei andere Mädels aus Spanien getroffen und haben uns mit denen ein Taxi nach Kuala Besut geteilt. Dort wartete die Fähre , oder besser gesagt , das Schnellboot , für die Weiterfahrt auf die Insel . Das Boot war ein typischer Kahn mit 2 ziemlich leistungsstarken Aussenbordmotoren. So eine Geschwindigkeit hatte ich den Boot nicht zugetraut, am Ende habe ich ein Bild mit angefügt. Die Fahrt über das Meer dauerte ungefähr 45 Minuten und war gefühlt eine Aneinanderreihung von kleinen Achterbahnfahrten. Fuhren wir auf eine Welle, gab es eine heftigen Schlag gegen den Bug des Schiffes und gleich darauf erfolgte das Sinken in das Wellental und so ging es die ganze Zeit. Das man da will ziemlich nass wurde, brauche ich nicht zu erwähnen . Aber wir hatten unseren Spaß. Bis auf J, der sass unbeteiligt rum, verzog keine Miene und meinte, er hätte schon häufig solche Fahrten erlebt. Hm....oder ihm war schlecht und wollte es vor uns Weibern nicht zugeben. 😄
Die Reise auf die Insel war schon ziemlich anstrengend und als wir den halbfertigen Bau von weitem gesehen hatten , der unser Hotel sein sollte (das Aman-Resort), war ich schon ziemlich genervt. Die Insel präsentiert sich als tropisches Paradies , es waren kaum Touristen zu sehen und der Strand eine weiße, lang gezogene Sichel. Ich hatte den Fehler gemacht , für die Reise nicht den extra gekauften Reiserucksack zu nehmen , sondern einen normalen Hartschalenkoffer. Der Anleger für die Boote befand sich an dem einen Ende des Strandes und unser Hotel befand sich genau am anderen Ende des Strandes und es gab keine Straße , nur den Sand. Wer von euch hat schon einmal einen vollgepackten Hartschalenkoffer fast einen Kilometer über den Strand tragen müssen ?
Ich kann jetzt "hier" schreien und bin sehr dankbar , dass man Reisebegleiter mir dabei geholfen hat. Das war für mich persönlich schon eine kleine Katastrophe . Aber das wollte nicht das Ende sein, denn es gab auch kein Internet , also kein WLAN . Das war zwar in der Beschreibung all inclusive mit dabei gewesen, aber nun gut . Also waren wir fünf Tage ohne Verbindung nach außen. Ich glaube , mich hat es um einiges härter getroffen , als meinen Reisebegleiter. Er mault sowieso , dass ich zu viel am Smartphone hängen würde. Aber darüber streiten sich die Geister . Gott sei Dank hatten wir genug Lektüre mit und andere Beschäftigungsmöglichkeiten, um diese Misere glücklich zu überstehen . Ich kann mich nicht daran erinnern, so viel Zeit in den letztem Jahr gehabt zu haben, dass ich innerhalb kurzer Zeit 2 Bücher am Stück durch lesen konnte. Unser Zimmer hatte einen tollen Meerblick, auf dem einen oder anderen Foto ist das zu sehen. Wir konnten den gesamten Strand überblicken. Am Strand gab es zu J's Freude mehrere Tauchschulen und ein paar Bars, alles war in mehr oder weniger baufälligen Bretterbuden untergebracht, ganz normal.
Das Leben auf der Insel lief ziemlich entspannt ab, nur an einem Abend herrschte ein so starkes Tropengewitter mit entsprechendem Niederschlag, dass der Strom und somit auch die Klimaanlage ausfielen. Auch an rausgehen war nicht zu denken, denn es war alles komplett aufgeweicht. Das Gewitter war genau über der Insel, zwischen Donner und Blitz lagen ungefähr 5-10 Sekunden und es hörte sich wie Kanonenschläge an, der Schall schien von allen Seiten zu kommen. Wir besuchten die Insel zum Ende der Saison, deshalb waren kaum Touristen dort und viele Resorts waren schon dicht. Daraus ergab sich auch das Problem, dass es nur begrenzte Möglichkeiten gab, mal nichtgebratenen Reis oder gebratene Nudeln mit Beilagen zu futtern, was durchaus eine gewisse Zeit ok ist.
Wichtig war, dass wir in der Monkey-Bar für 10 RM (2 €) Bier kaufen konnten (1 kaltes Bier am heissen Strand im Schatten trinken = unschlagbar). Und das kulinarische Highlight auf der Insel gab es am Donnerstag zu J's Ehrentag:
Irgendwie konnte er den Chef eines eigentlich geschlossenen Restaurant/Bar überreden, extra für uns Pizza frisch zuzubereiten. 😊 dazu gab es eine Flasche Captain Morgan mit Cola.
Von der Tierwelt der Insel werden mir vor allem die Stechmücken in Erinnerung bleiben. Unsere Beine sehen schon ziemlich zerstochen aus. Katzen liefen auch genügend herum, waren auch sehr zutraulich. Ansonsten gab es noch kleine bis mittelgroße Leguane zu bestaunen. Meine heimliche Angst bestand daraus, irgendwo auf eine Schlange zu treffen. Puh. Aber alles gut.
Einmal war J tauchen, ich nutzte die Zeit zum Ausschlafen. Die Insel war auf den ersten Blick schon ein echtes Paradies, auch auf den 2. Blick, aber 5 Tage haben mir völlig ausgereicht. Das Meer war sehr warm, klares Wasser und man konnte sehr weit reinlaufen, herrlich.
Heute, am 28.10.17, haben wir die Insel wieder per Speedboot verlassen und haben ein paar Franzosen und einen Österreicher aufgegabelt und uns zusammen einen Minibus von Kuala Besut gemietet, da wir das gemeinsame Ziel, die Insel Pegnang, George Town, haben. Jeder zahlte 100 RM (20 €) und los ging es. Die Fahrt dauerte ca. 8 h, da wir einmal das Land von Ost nach West durch querten, quasi von der Ostküste zur Westküste, ungefähr 380 Km. Meistens war die Geschwindigkeit auf 70 km pro h beschränkt und die Fahrweise des Fahrers war, ich sag mal, sportlich bis mutig. Und da sag nochmal Einer zu mir, ich würde keinen Abstand halten. Alle wsren entspannt, aber ich hatte mich zumindest angeschnallt.
Der Weg war häufig durch spektakuläre Aussichten gesäumt. Es ging bergauf und -ab.
Ein Hotel mussten wir uns noch suchen, aber der Lonely Planet hilft weiter. Wir wollen 2-3 Tage bleiben und dann auf die Insel Langkawi weiterreisen, Gott sei Dank auch per Bus. Habt Spass, bis bald. Sonja








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